26.01.2012 - Bund
Themengebiet: Energie
Erstellung eines Energiekonzept für Groß-Umstadt
Die weltweit geführte Diskussion um den vom Menschen verursachten Klimawandel, die Verknappung der fossilen Energieträger sowie die Preissensitivität von beispielsweise Öl gegenüber politischen Unruhen, wie jüngst im Arabischen Raum, sind Anlass genug, sich auch in Groß-Umstadt Gedanken um die zukünftige Energieversorgung zu machen. Um hierbei nicht in blinden Aktionismus zu verfallen (noch dazu Inhaltsleer aber dafür wortreich verpackt), wie es gelegentlich zu beobachten ist, bedarf es nach Ansicht der CDU eines auf die Groß-Umstädter Gegebenheiten zugeschnittenen Energiekonzeptes.
Die folgenden, für Deutschland geltenden Zahlen, zeigen, wo der Energieverbrauch in welcher Höhe stattfindet und welche Energieträger zu welchem Anteil eingesetzte wird:
Die Aufteilung des Endenergieverbrauches in Deutschland auf die einzelnen Energieverbrauchssektoren ist wie folgt (Daten aus 2006, Quelle: Eurostat):
·Industrie 25,0 %
·Verkehr 28,4 %
·Haushalte 31%
·Gewerbe, Handel, Dienstleistung 15,7%.
Die Aufteilung des Endenergieverbrauches auf die einzelnen Energieträger ist wie folgt (Daten aus 2006, Quelle: BMWI):
Öl: 37,4%
Gas 24,4%
Strom 18,7%
Fernwärme: 2,9%
Kohle: 5,1%
Sonstige: 11,5%.
Dies Zahlen zeigen zweierlei:
1: ein Großteil des Energieverbrauches findet in den Städten und Gemeinden statt.
2: ein umfassendes Energiekonzept muss sowohl alle Verbrauchssektoren als auch alle Endenergieträger umfassen. Auf der Verbrauchsseite stehen dabei die Ziele der Verbrauchsreduzierung und Steigerung der Energieeffizienz im Vordergrund. Auf der Seite der Energieträger steht mittel- und langfristig eine Reduzierung der Abhängigkeit von Energieimporten im Vordergrund.
Dabei würde die Fokussierung eines Energiekonzeptes nur auf den Bereich der Stromerzeugung zu kurz greifen.
Eine Kommune ist natürlich auf die kommunalen Handlungsfelder beschränkt, welche von Kommune zu Kommune auch variieren werden. Im wesentlichen ergeben sich die folgenden vier Handlungsfelder mit den entsprechenden Handlungsmöglichkeiten der Kommune:
Die Kommune als Vorbild und Verbraucher
·energieeffiziente Bewirtschaftung der eigenen Gebäude
·eine kommunale Beschaffung unter ökologischen und ökonimischen Gesichtspunkten
·nachhaltiger Fuhrpark
·durch die Vorbildfunktion Nachahmungseffekte anstoßen
Die Kommune als Planer und Regulierer
·rechtlichen Spielräume ausnutzen und beispielsweise Klimaschutzkriterien in Bauleitplänen festlegen, dabei aber das Wirtschaftlichkeitsgebot beachten
Die Kommune als Anbieter und Versorger
·die Einflussmöglichkeit auf kommunale Unternehmen ausnutzen, z.B. auf die Stadtwerke
·Angebote gestalten, beispielsweise für die Nutzung des ÖPNVs, die der Verbraucher annehmen oder ablehnen kann
·Finanzielle Förderung bestimmter Standards oder Technologien bereitstellen
Die Kommune als Berater und Promoter
·auf Klimaschutzmaßnahmen hinweisen und motivieren
·Auflegen von kommunalen Förderprogrammen, Informationskampagnen oder Beratungen
·Bürgerbeteiligung anregen
Aus diesen Handlungsfeldern und Handlungsmöglichkeiten ist, unter Berücksichtigung der speziellen Gegebenheiten in Groß-Umstadt, ein Energiekonzept zu erstellen.
Der Weg zu einem Energiekonzept stellt sich nach Ansicht der CDU wie folgt dar:
Analysieren
·Welche Verbraucher gibt es in Groß-Umstadt, wie hoch ist der Verbrauch und über welche Energieträger wird der Verbrauch gedeckt?
·Welche Akteure sind auf dem Energiemarkt tätig?
·Was wurde bisher erreicht?
Planen
·Energiepolitische Ziele festlegen, dabei die spezifische Situation von Groß-Umstadt berücksichtigen
·Projekt- und Maßnahmenplan erstellen
·Prioritäten festlegen
Durchführen
·Umsetzung der Maßnahmen gemäß der festgelegten Prioritäten
Prüfen
·Erfolgskontrollen, z.B. im jährlichen Zyklus
·Ist-Analyse aktualisieren
Anpassen
·Arbeitsprogramm aktualisieren
Die zuvor aufgezeigten Schritte zeigen, dass die Erstellung und Umsetzung eines Energiekonzeptes eine dauerhafte Aufgabe darstellt. Durch das regelmäßige Überprüfen des Erreichten und Analysieren der neuen Ist-Situation ist eine Anpassung an neue Entwicklungen, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzeptes noch nicht absehbar sind, gewährleistet.
Bei der Festlegung der energiepolitischen Ziele ist wichtig, dass diese von einem möglichst hohen Bevölkerungsanteil mitgetragen werden. Eine Beteiligung der Bevölkerung an dem Diskussionprozess, ähnlich wie bei der Erstellung des Flächennutzungsplans, erscheint daher sinnvoll.
Aufgrund der eingangs erwähnten Probleme muss ein weiterer Ausbau der regenerativen Energien auch nach Ansicht der CDU in die Betrachtung mit einbezogen und bewertet werden. Die Bewertung muss dabei Vorurteils- und Ideologiefrei erfolgen.