Wohnraum: Verstehen statt bestrafen

CDU setzt auf Kooperation für mehr Wohnraum

Im Rahmen der Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl, organisiert vom Seniorenbeirat und moderiert von Martin Herold in der Stadthalle, haben die Parteien ihre Konzepte für bezahlbaren Wohnraum vorgestellt. Eines wurde deutlich: Alle wollen mehr verfügbaren Wohnraum in Groß-Umstadt schaffen. Der Weg dorthin wird unterschiedlich bewertet.


Die SPD setzt auf ein kommunales Leerstandskataster, eine Leerstandssatzung bzw. eine Leerstandssteuer sowie die Einführung einer Grundsteuer C. Ziel ist es, ungenutzten Wohnraum durch zusätzlichen Druck zu aktivieren.


Die CDU Groß-Umstadt sieht diesen Ansatz kritisch.
„Wir brauchen Lösungen, die wirken – nicht zusätzliche Bürokratie mit ungewissem Nutzen“, betont der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Jochen Ohl. „Ein städtisches Kataster, Prüfverfahren und mögliche Sanktionen würden einen erheblichen Verwaltungsaufwand erzeugen, ohne sicherzustellen, dass tatsächlich mehr Wohnraum entsteht.“


Auch CDU-Vorsitzender Dr. Simon Helmstetter unterstreicht: „Eigentum verpflichtet – aber es darf nicht pauschal unter Verdacht gestellt werden. Viele Gründe für Leerstand sind nachvollziehbar und oft vorübergehend.“


Leerstand hat häufig nachvollziehbare Ursachen
Nach Gesprächen mit Eigentümerinnen und Eigentümern zeigt sich: Leerstand entsteht selten aus Berechnung oder gar Spekulation, sondern wegen praktischer Hürden. Dazu gehören:
•    Unsicherheit bei Mietausfällen
•    Sorge vor rechtlichen Risiken
•    Hohe Kosten für notwendige Sanierungen
•    Ungeklärte Erbfragen
•    Familiäre Planungen
Gerade in einer Stadt wie Groß-Umstadt gibt es keine strukturelle Spekulation mit Wohnraum. Wer vermietet, erzielt Einnahmen – Leerstand ist wirtschaftlich meist kein Vorteil.
Gleichzeitig ist uns bewusst: Viele Wohnungssuchende stehen unter Druck. Junge Familien, Alleinerziehende oder ältere Menschen brauchen verlässliche Perspektiven. Genau deshalb setzt die CDU auf Lösungen, die dauerhaft Vertrauen schaffen.


Partnerschaft statt Paragrafen: „Vermiete an deine Stadt 2.0“
Die CDU Groß-Umstadt setzt auf Kooperation, Sicherheit und Unterstützung. Mit dem Konzept „Vermiete an deine Stadt 2.0“ wollen wir Hemmnisse abbauen und Eigentümer aktiv begleiten. Kernelemente des Modells:
•    Die Stadt mietet Wohnraum langfristig mit dem Recht zur Untervermietung an.
•    Mietgarantien durch Banken oder Sparkassen schaffen zusätzliche Sicherheit.
•    Fachleute unterstützen ehrenamtlich bei Verwaltung, Nebenkostenabrechnungen und Renovierungsfragen.
•    Sozialverträgliche Mieten orientieren sich an den „Kosten der Unterkunft“.
•    Die finale Mieterauswahl bleibt beim Eigentümer.
So entsteht ein Modell, das Vertrauen stärkt, Risiken reduziert und gleichzeitig dringend benötigten Wohnraum aktiviert.


Die CDU ist überzeugt: Nicht jede leerstehende Wohnung wird sich reaktivieren lassen – und das aus guten Gründen. Aber mit einem klugen, partnerschaftlichen Ansatz können wir realistisch und nachhaltig zusätzlichen Wohnraum schaffen.


Mehr Wohnraum braucht langfristige Strategien
Neben der Aktivierung bestehender Wohnungen arbeitet die CDU an weiteren Konzepten zur Schaffung neuer Wohnflächen unter dem Titel „Baue mit deiner Stadt 1.0 – mehr als nur Erbpacht“.
Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch zusätzliche Steuern oder neue Vorschriften, sondern durch Dialog, Planungssicherheit, Investitionsanreize und gemeinsames Handeln.
Die CDU Groß-Umstadt steht für eine Politik des Vertrauens – mit Rechtssicherheit und klarer Verantwortung für Eigentümer wie für Wohnungssuchende.

CDU Stadtverband Groß-Umstadt