Wohnungs- und Städtebau

Wahlversprechen und neueste Baulandpreise – Hand drauf?

„Bezahlbarer Wohnraum, insbesondere für junge Familien“ oder auch „Den sozialen Wohnungsbau in Groß-Umstadt fördern“ waren Aussagen, die in allen Wahlprogrammen der in Groß-Umstadt vertretenen Parteien zu finden waren. „Was versprochen wird, wird auch gehalten. Hand drauf!“ – so wörtlich aus dem Munde der selbsternannten “Umstadtpartei“.
In ihrer ersten inhaltlichen Sitzung seit der Kommunalwahl hat sich die Stadtverordnetenversammlung nun mit dem Thema Preisfestsetzung für das Neubaugebiet „Auf dem Steinborn“ befasst. Letztendlich wurde durch die rot-grüne Koalition ein politischer Preis von 340,-- € pro Quadratmeter Bauland festgelegt. Dieser Preis ist bindend für alle Baugrundstücke, die durch die Stadt Groß-Umstadt verkauft werden. Allerdings ist man bei diesem Preis weit entfernt von bezahlbarem Wohnraum, insbesondere für junge Familien, und von sozialem Wohnungsbau sowieso. Die Bauplätze sollen eine durchschnittliche Größe von rund 500 qm haben, dagegen ist nichts zu sagen. Somit fallen aber alleine für den Bauplatz (ohne Notarkosten, Grunderwerbssteuer, Grundbuchkosten, usw.) rund 170.000,-- € an. Damit liegen wir bei vielen jungen Familien schon sehr nahe an der Obergrenze des Gesamtbudgets, was für den Hausbau zur Verfügung steht. Zwar wird aufgrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus in vielen Fällen auch eine höhere Finanzierung möglich sein, das böse Erwachen droht dann aber in 10 – 15 Jahren, wenn die Zinsbindung ausläuft und der Anschlusskredit aufgrund dann möglicherweise höherer Zinsen plötzlich nicht mehr geschultert werden kann.
 
Zu dem auch für Groß-Umstädter Verhältnisse sehr hohen Preisniveau haben letztendlich zwei wesentliche Faktoren geführt, die es bei der zukünftigen Erschließung von Bauland zu verhindern gilt. Zum einen liegt der sogenannte „Einwurfspreis“, also der Preis, der den bisherigen Grundstückseigentümern gezahlt wird, mit 112,-- € schon deutlich über den Preisen, die bisher in Groß-Umstadt gezahlt wurden. Zum anderen erfolgte die Erschließung durch den städtischen Partner e-Netz Südhessen nicht gerade kostengünstig. Somit bleibt der Stadt nur, wenn sie keine Verluste mit der Erschließung des Baugebietes verbuchen möchte, den Preis in die Höhe zu treiben. Wobei die Stadt Groß-Umstadt bei dem jetzt festgelegten Preis von 340,-- € sehr wahrscheinlich einen kleinen Überschuss erwirtschaften wird. Interessant auch ein weiteres Argument, mit welchem die Preisfestsetzung begründet wurde: Der Markt würde diesen Preis derzeit hergeben. Während ‚der Markt‘ vom linken politischen Spektrum ansonsten gerne als das böse Ungeheuer gegeißelt wird, vor welchem die Menschen durch allerlei staatliche Eingriffe zu schützen sind, muss er plötzlich zur Legitimation der eigenen Beschlüsse herhalten.
 
Wenigstens ein städtischer Gewinn sollte nach Meinung der CDU-Fraktion aber verhindert werden, deshalb wurde in der Parlamentssitzung beantragt, den Preis mit 330,-- € pro qm festzulegen. Bei diesem Preis, so hatte es die e-Netz vorgerechnet, ist mit einer Kostendeckung der Erschließung zu rechnen. Deutlich sozialverträglicher ist dieser Preis zwar auch nicht, aber es wäre zumindest sichergestellt, dass sich die Stadt nicht an den Bauwilligen bereichert. Leider war der Antrag der CDU von der Mehrheit politisch nicht gewollt.
 
Bei der Ausweisung von zukünftigen Baugebieten in der Stadt Groß-Umstadt wird die CDU darauf achten, dass nicht nur der Einwurfspreis sondern vor allem auch die Erschließung, vielleicht auch durch Wechsel des Vertragspartners, günstiger sind. Nur so können wir auch weiterhin bezahlbaren und zugleich attraktiven Wohnraum für Groß-Umstädter und solche, die es werden wollen, zur Verfügung stellen. Hand drauf!
 
Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Besuchen Sie uns auch auf unserer Homepage www.cdu-gross-umstadt.de.
 
Ihr CDU-Stadtverband Groß-Umstadt