An den Arbeitskreis Trinkwasser der Lokalen Agenda 21 Groß-Umstadt

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und die Sicherstellung einer guten Trinkwasserqualität gehört zu unseren vordringlichsten Aufgaben. Um das Ziel, eine den Anforderungen entsprechende Trinkwasserqualität zu gewährleisten, zu erreichen, wurden in Zusammenarbeit mit der AGGL (Arbeitsgemeinschaft Gewässerschutz und Landwirtschaft) die Landwirte in den letzten Jahren im Hinblick auf eine grundwasserschonende Landbewirtschaftung beraten. Die Beratung zielt u.a. auf eine Minimierung des Stickstoffeintrages ab, das bedeutet, dass zum einen nur so viel Stickstoff ausgebracht wird, wie die Pflanzen auch benötigen, eine Überdüngung also vermieden wird, zum anderen der Zeitpunkt der Ausbringung so gewählt wird, das die Nährstoffe von der Pflanze am besten aufgenommen werden können.
Die durchgeführten Maßnahmen wirken sich je nach der Fließzeit des Sickerwassers bis in den Grundwasserkörper unterschiedlich schnell auf den Zustand des Grundwassers aus. Bei kurzen Fließzeiten sind demnach schneller Erfolge sichtbar als bei langen Fließzeiten.  So gibt es Schätzungen, wonach das in Groß-Umstadt geförderte Trinkwasser eine Fließzeit von ca. 50 bis 100 Jahren von der Versickerung bis in den Grundwasserkörper, aus dem es dann gefördert wird, hat. Vor diesem Hintergrund dürfte es klar sein, dass eine Reduzierung der Stickstoffeinträge in den Boden keine kurzfristige Auswirkung auf den Nitratgehalt im Trinkwasser haben kann, sondern sich erst stark verzögert zeigt. Ein Blick über den Tellerrand offenbart, dass in anderen Wasserschutzgebietskooperationen, je nach Laufzeit der Projekte und der geologisch bedingten Fließzeiten des Sickerwassers, in einigen Gebieten schon eine Stagnation des Nitratanstieges erreicht werden konnte, während in anderen Gebieten noch steigende Nitratgehalte zu beobachten sind.
 
Wir halten das Thema für zu komplex, um es auf die einfache Formel ‚Die Landwirte sollen heute die Stickstoffausbringung beenden und morgen haben wir kein Nitrat mehr im Trinkwasser‘ zu reduzieren. Vielmehr sind in diesem komplexen System unterschiedliche Einflussgrößen vorhanden und zu berücksichtigen. Die eingeleiteten Maßnahmen setzen auch eine gewisse Kontinuität voraus. Für uns ist zudem klar, dass die Maßnahmen nur mit den Landwirten und nicht gegen sie umgesetzt werden können.
 
Wir möchten uns einer fachlich fundierten Diskussion zu dem Thema nicht verschließen und laden Sie daher ein, mit uns und ausgesuchten Fachleuten das Thema zu diskutieren. Gerne kommen wir auf Sie zu, um weitere Einzelheiten einer solchen Diskussionsrunde zu klären.
 
CDU Fraktion Groß-Umstadt