Im Taumel?

Der Bundestagswahlkampf scheint auch in Groß-Umstadt längst eröffnet zu sein, jedenfalls seitens der SPD. Zwei ihrer kürzlichen Verlautbarungen im Odenwälder Boten können allerdings nicht unwidersprochen durchgehen: Zum einen der Artikel „Die Zeit ist reif für den Ausbau der B 45!“ in der Ausgabe vom 20.1.2017 und zum anderen der Leserbrief „Antwort Frau Hartmann – SPD“ vom 10.2.2017.
In der erstgenannten Pressemitteilung schreibt sich die SPD ungeniert das Hauptverdienst daran zu, dass der Ausbau der B 45 bei Groß-Umstadt in greifbare Nähe gerückt ist. Dass auch der hiesige SPD-Bundestagsabgeordnete eifrig dafür geworben hat, will ihm sicher niemand absprechen. Indes wird geflissentlich übergangen, dass unsere seit 2002 durchgehend und sogar direkt gewählte Wahlkreisabgeordnete Patricia Lips an diesem dicken Brett schon wesentlich länger bohrt. Ihren Erfolg kann man jetzt sehen.
 
Der Leserbrief des jungen SPD-Stadtverordneten trieft auch nicht gerade vor Bescheidenheit. Eigentlich ist er auch gar kein richtiger Leserbrief, allenfalls ein sog. Offener Brief, eher noch ein etwas verfrühter Wahlaufruf. Auf die Einzelheiten, darunter allzu viele Einfachparolen, wollen wir an dieser Stelle nicht eingehen, dazu wird bis zum Herbst noch ausreichend Gelegenheit sein. Dass hier aber versucht wird, die CDU als rückwärtsgewandte Rechtspartei darzustellen, das schlägt nun doch dem Fass den Boden aus. Auch wenn es einigen nicht gefällt: Die CDU ist und bleibt eine Partei der Mitte. Sie bewahrt die Werteordnung des Grundgesetzes und baut mit an einer modernen Zukunft in Freiheit und sozialer Gerechtigkeit.
 
Vielleicht ist es der Taumel, den der vorübergehende Hype um Herrn Schulz bei einigen ausgelöst hat und der nun den Blick verstellt. Dabei redet Schulz vom gut gepolsterten europäischen Präsidententhron herab vieles in unserem Lande schlecht, ohne bisher überhaupt erkennen zu lassen, wie er die Dinge denn angehen wollte (wenn man ihn ließe). Als Stadtverordneter in Groß-Umstadt sollte man sich daran besser kein Beispiel nehmen und zu solchen (post-, alternativ- oder kontrafaktischen?) Äußerungen, wie hier geschehen, trotzdem nicht hinreißen lassen. Und wer in seinem „Leserbrief“ von anderen ausdrücklich verlangt, sich (von ihm und seinen Parteifreunden) „eines Besseren belehren zu lassen“, sollte damit lieber einmal bei sich selbst anfangen.
 
CDU-Stadtverband Groß-Umstadt