Offener Brief zum Leserbrief

Offener Brief zum Leserbrief von Reinhard Daum vom 15.11.2016 bezüglich gleicher Bezahlung in den Kreiskliniken und „Gersprenz“-Pflegeheimen
Sehr geehrter Herr Daum,
lieber Reinhard,
 
ich danke für Deinen Leserbrief im „Odenwälder Bote“ vom 15. November 2016 zum Thema gleiche Bezahlung in den Kreiskliniken und den „Gersprenz“-Pflegeheimen, weil er mir die Möglichkeit gibt, auf einige Dinge nochmals einzugehen.
 
Zunächst versteckt sich niemand in der CDU, wie von Dir vermutet, in der Anonymität. Vielmehr werden in der CDU sämtliche Artikel von einer Redaktionsgruppe erstellt, bearbeitet und gegebenenfalls verändert. Daher wäre es schwierig, am Ende des Schreibprozesses den Artikel einer Person zuzuordnen. Deshalb erscheinen die Artikel in der Regel mit der Unterschrift „CDU-Stadtverband Groß-Umstadt“.
 
In der Sache stimme ich Dir zu, dass die CDU-Fraktion in der Stadt Groß-Umstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg wiederholt gegen die Resolutionen und Petitionen von verschiedenen Antragstellern gestimmt haben. Wobei wir in Groß-Umstadt immer darauf hingewiesen haben, dass unsere Ablehnung sich nicht auf den Inhalt (gleicher Lohn für gleiche Arbeit) bezieht sondern auf die Scheinheiligkeit der Antragsform (einer Resolution).
 
„Die Verantwortlichen im Landkreis werden aufgefordert …“, so beginnt der Antrag und man könnte meinen, es handele sich bei diesen Verantwortlichen um Politiker, die Gott weiß wie weit entfernt sind von Groß-Umstadt. Tatsächlich aber gibt es sogar personelle Überschneidungen zwischen „den Entscheidungsträgern“ im Landkreis und denen der Stadt Groß-Umstadt. Ein Beispiel ist unser Bürgermeister, der nebenbei auch Mitglied im Leitungsgremium der Kreiskliniken, der sogenannten Betriebskommission, ist und ganz nebenbei auch die letzten fünf Jahre der Vorstandsvorsitzende der Senio/Gersprenz war. Auf die Position von Frau Dr. Sauer als Teil der Gesellschafterversammlung der GmbH, die die meisten Beschäftigten der Kreiskliniken außerhalb der Tarifverträge bezahlt, wurde bereits hingewiesen.
 
Der langen Rede kurzer Sinn: Wenn man es seitens der SPD, der FDP und der anderen Parteien, die der Petition zugestimmt haben, ernst meinen würde, müsste man sich mit dem Landrat an einen Tisch setzen und darüber reden, wie man das Dilemma der Ungleichbezahlung beheben kann. Das wäre für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Kreiskliniken viel hilfreicher, als einen unverbindlichen Brief auf den Weg zu bringen, der lediglich dazu dient, sein soziales Gewissen zu beruhigen, weil die eigenen Genossen im Landkreis diese Ungleichbezahlung zu verantworten haben.
 
Gemäß meiner Zusage „Wir kümmern uns ernsthaft drum“ habe ich das Thema in der jüngsten Sitzung der Betriebskommission angesprochen und vertreten. Auf die Inhalte und Ergebnisse darf ich leider an dieser Stelle nicht eingehen, weil die Betriebskommission nicht öffentlich tagt. Deshalb habe ich den Landrat aufgefordert, in eine der nächsten Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung zu kommen, zu diesem Thema zu berichten und sich den Fragen der Stadtverordneten zu stellen. Ich bin gespannt, ob er den Mut dazu hat.
 
Beste Grüße 
 
Heiko Handschuh
CDU-Fraktionsvorsitzender
Am Sportplatz 13
64823 Groß-Umstadt